Christoph Dill


12. Juni 1956, Zü, Leiter Arbeit und Beschäftigung, seit 2006 im BZ.

Letztes Jahr hatte ich mir ausnahmsweise etwas vorgenommen: Ich greife jeden Tag tief in die Tasche. Morgens stecke ich mir 20 Kichererbsen in die rechte. Jedesmal, wenn ich jemanden im Bürozentrum zum Lachen oder Schmunzeln bringe, wandert eine davon in die linke. Wer jetzt denkt, ich sei ein Erbsenzähler, der irrt. Es geht mir um etwas anderes: Humor ist nicht nur ein Lebenselixier, sondern auch ein Leistungsförderer, wie neuste Untersuchungen aus dem pädagogischen Umfeld zeigen. Ich möchte damit ein positives Klima schaffen, in dem die MitarbeiterInnen und Mitarbeiter gut und gerne arbeiten. Etwas weniger salopp ausgedrückt: Ihnen eine Tagesstruktur anbieten, wo sie möglichst selbständig, ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend und unter Wahrung ihrer Würde einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen können.
Eines ist mir wichtig: Beschäftigung darf nie Selbstzweck sein. Was aber dann? Den Alltag mit seinen Sorgen hinter sich lassen zu können, für einige Stunden zu vergessen, dass man mit einer körperlichen Behinderung leben muss, dadurch den Anschluss an ein "normales" Berufsleben kaum schafft und erst noch eine verkürzte Lebensperspektive hat, das ist das eine. Viel wichtiger scheint mir etwas Selbstverständliches: Entwicklungsmöglichkeiten sind das Salz des Lebens. Das funktioniert aber nur, wenn man ein Ziel hat (haben darf!). Dabei ist wichtig, dass man gefordert ist, gefördert wird und sich ernst genommen fühlt. Langfristig bleibt das nur spannend, wenn man mit dem, was man tut, auch etwas bewirken kann. Drum habe ich persönlich ein grosses Anliegen: Möglichst viel Interaktion mit der Aussenwelt zu schaffen. Sei es mit externen Aufträgen, dem direkten Kontakt der Klienten mit Kunden, oder dem Engagement von Job-Patinnen resp. Job-Göttis, welche einzelne Projekte informell betreuen. Das sind zugegebenermassen hohe Ziele.
Wir kämpfen jeden Tag dafür, auch mit uns selber. Wir müssen oft Klimmzüge machen und stellen periodisch fest: Wir kommen "nur" im Millimeterbereich voran. Immerhin! Fast täglich wechselnde, massgeschneiderte Angebote für gegen 40 Klientinnen und Klienten zu finden, ist nicht ohne. Reduce to the Max ist unsere Devise. Der Werbeslogan des guten, alten Smart dürfte bei uns nicht aus der Mode kommen. Nachsatz zum Eingangssatz aus der Rückschau: Es ist nicht jeden Tag beim Vorsatz geblieben ;-)

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